25.09.2008
Aktuelles

Selbst "Eintracht"-Boss Bruchhagen kickte mit

Heribert Bruchhagen lächelt. Der \"Eintracht\"-Boss wird auf dem Weg von der Kabine auf den Rasen des Weiherhausstadions vom fachkundigen Publikum sofort erkannt. \"Schön, dass sie nach Bensheim gekommen sind und mitspielen\", spricht ihn ein älterer Fan an.

Bruchhagen scheint die Abwechslung in diesen Tagen gut zu gebrauchen. Während die erste Mannschaft des Bundesligisten in einer schweren sportlichen Krise steckt, ballerte die Traditionsmannschaft gestern Abend gegen die Franz-Müller-Elf fröhlich drauf los. Ergebnis eines erwartet einseitigen Spiels: 12:2 (Tore: Beierle 4, Anicic 2, Krämer, Glöckner, Körbel, Mohr, Wiedener, Trares) für die ehemaligen Profis.

Heribert Bruchhagen selbst hielt sich 20 Minuten zwischen gegnerischem Tor und Mittelfeld auf, bevor er sich auswechseln ließ. Der 60-Jährige bereitete immerhin einen Treffer vor. Kurz vor der Halbzeitpause verschwand er unter der Dusche, um nach Wideranpfiff gemeinsam mit Bernd Hölzenbein den Heimweg anzutreten.

Hölzenbein hatte es sich ebenfalls nicht nehmen lassen, 45 Minuten für einen guten Zweck den Ball geschmeidig auf dem Rasen laufen zu lassen. Der Weltmeister von 1974 unterstützte damit ebenso wie die restliche Mannschaft das Netzwerk gegen Armut. Der Initiative kommt der Erlös der Veranstaltung zugute.

Mehrere hundert Zuschauer verfolgten bei herbstlichen Temperaturen die Partie. Die Franz-Müller-Elf verschanzte sich von Beginn an vor dem eigenen Strafraum, versuchte aber, über Konter Akzente zu setzen. Das gelang punktuell und meistens über den torgefährlichsten Bürgermeister der Bergstraße, Rolf Reinhard aus Abtsteinach.

Ansonsten hatte die Eintracht - wie es im Sportlerdeutsch so schön heißt - die größeren Spielanteile. Akteure wie Michael Anicic, Andree Wiedener oder Markus Beierle, die bis vor einiger Zeit noch aktiv waren, ließen ihr Können mehr als einmal aufblitzen.

Allein der unkonzentrierten Chancenauswertung und einem hervorragend aufgelegten Torwart Achim Fickel, ehemaliger Heppenheimer Landesliga-Keeper, war es zuzuschreiben, dass nicht mehr als zwölf Tore fielen.

Die Bensheimer Auswahl steckte allerdings nie auf und kam in der 70. Minute durch einen Distanzschuss von Roland Lotz zum Ehrentreffer. Kurz vor dem Abpfiff lupfte außerdem Stefan Schneider gefühlvoll zum zweiten Tor für den Außenseiter in die Maschen. Fazit: Ein flottes Spielchen auf gut gepflegtem und von der Feuerwehr bestens ausgeleuchtetem Rasen, einige schön herausgespielte Tore und eine willkommene Einnahmequelle für das Netzwerk.

Apropos: In den Spendentopf eingezahlt hat auch die Bensheimerin Susanne. Sie ersteigerte für 55 Euro einen Fußball mit Unterschriften der Frankfurter - als Geschenk für ihren zehn Jahre alten Sohn Alexander. Der hatte gestern nämlich Geburtstag.

In den Dienst der guten Sache stellte sich Franz Lambert. Der Orgelspieler verzichtete auf Gage und unterhielt das Publikum mit seiner optisch aufreizenden Wersi-Orgel.

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