15.09.2015
Museum

Roland Jahn besucht die Ausstellung ZOV-Sportverräter im Eintracht Frankfurt Museum

Roland Jahn, der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU), hat im Rahmen seines Besuchs in Hessen auch die Ausstellung ZOV-Sportverräter im Eintracht Frankfurt Museum besucht.

Jahn, der 1983 wegen seiner oppositionellen Haltung aus der DDR ausgewiesen wurde, zeigte sich hocherfreut, dass sich auch die Eintracht am kulturellen Rahmenprogramm der Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Einheit beteiligt. „In der Ausstellung geht es ja nicht nur um die Flucht, es geht vor allem auch um die Zeit der Entscheidungsfindung der einzelnen Sportler“, so Jahn „und auch das Leben nach der Flucht wird thematisiert, das gerade für die zurückgebliebenen Angehörigen oft schwer war“. Die Repressalien des Systems erlebte auch die Familie von Roland Jahn. „Mein Vater war jahrelang bei Carl Zeiss Jena aktiv, er wurde sogar zum Ehrenmitglied ernannt. Nach meiner Ausweisung aus der DDR hat man ihn aus dem Verein ausgeschlossen und ihm die Tribünenkarte gestrichen. Er wurde erst nach der Wende wieder in den Verein aufgenommen.“

Oliver Frankenbach (Finanzvorstand Fußball AG) und Matthias Thoma und Frauke König vom Eintracht-Museum informierten Jahn über das Konzept der Ausstellung ZOV-Sportverräter, die noch bis zum 15. Oktober im Eintracht Frankfurt Museum zu sehen ist. Anlass der Ausstellung sind die Feierlichkeiten rund um den 25. Jahrestag der Wiedervereinigung, die 2015 in Frankfurt stattfinden. Im Rahmenprogramm des Eintracht-Museums finden am 22. und 23. September zwei Theateraufführungen des Stücks „Jörg Berger – meine Zwei Halbzeiten“ statt. Am 24. September um 19.30 Uhr begrüßt das Team des Museums unter dem Titel „Die Mauer umspielt und bei der Eintracht gelandet“ den ehemaligen Spieler Norbert Nachtweih und den Stadionsprecher Andre Rothe. Beide sind einst aus der DDR geflohen. 

Roland Jahn, der in seiner Jugend selbst für den FC Carl Zeiss Jena spielte, ist begeisterter Fußballfan, der sich natürlich an die großen Auftritte von Bernd „Schnix“ Schneider bei der Eintracht erinnert. „Ein Spieler wie Bernd Schneider verkörpert ja immer auch den eigenen Jugendtraum, mal Profifußballer zu werden. Da beobachtet man den Werdegang schon ganz genau.“ Von der Eintracht bekam Roland Jahn neben dem obligatorischen Schal dann auch eine Autogrammkarte von Bernd Schneider geschenkt – und die Einladung, ein Spiel der Adlerträger einmal live zu verfolgen. Gegen Carl Zeiss Jena wird das in naher Zukunft allerdings nichts, die Mannschaft spielt mittlerweile in der 4. Liga. Die Statistik der Eintracht gegen Jena ist übrigens verheerend: In vier Zweitligapartien gab es drei Unentschieden und eine Niederlage – den Siegtreffer für Jena erzielte damals übrigens Bernd Schneider.  

Das Rahmenprogramm der Ausstellung ZOV-Sportverräter:

  • Dienstag, 22. September, Mittwoch, 23. September  – Theater im Museum „Jörg Berger – Meine Zwei Halbzeiten“
    Erstmals präsentieren wir ein Theaterstück im Museum:  Stefan Kleinert nähert sich feinfühlig den verschiedenen Facetten Jörg Bergers, der auf imposante Weise das Auf und Ab seines Lebens zu meistern wusste. Die Inszenierung ist eine Hommage an die deutsch-deutsche Trainerlegende Jörg Berger, der mit der Eintracht  große Erfolge feierte.

  • Dienstag, 22. September, 20.00 Uhr, Eintritt 15,00 Euro. Buchung direkt im Museum. Achtung: Begrenztes Kontingent!

  • Mittwoch, 23. September, 18.00 Uhr, Eintritt 15,00 Euro. Buchung direkt im Museum. Achtung: Begrenztes Kontingent!

  • Donnerstag, 24. September – Die  Mauer umspielt und bei der Eintracht gelandet
    Im Rahmen der Feierlichkeiten rund um den Jahrestag der Wiedervereinigung begrüßen wir im Museum heute den ehemaligen Eintracht-Spieler Norbert Nachtweih und unseren Stadionsprecher Andre Rothe. Beide flüchteten einst aus  der DDR in den Westen und kamen unterschiedlichen Wegen zur Eintracht.  
    Start: 19.30 Uhr, Eintritt 5,00 Euro, erm. 3,50 Euro. 


Buchung und Informationen: www.eintracht-frankfurt-museum.de

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