05.10.2020
Museum

Ostalgie auf Hessisch

Vor knapp 30 Jahren hat sich Deutschland wiedervereinigt. Ein etwas humorvoller Blick zurück in Ostalgie.

Choreo-Vorbilder

Was gab es schöne Choreos anlässlich der magischen Europapokalnächte 2018/19. Bei jedem Spiel war das Stadion komplett in Eintracht-Farben gehüllt. Solch mächtige Bilder wurden in der DDR schon in den 1960er Jahren auf die Ränge gezaubert. Allerdings nicht bei Oberliga-Partien, sondern bei Jugend- und Parteitagen. Oftmals waren das sogar Wechsel-Choreos, die von Fortschritt, Frieden und Freude kündeten. Wie bei der Eintracht!

Flohmärkte vor dem Stadion

Vor den DDR-Oberligastadien fanden regelmäßig Flohmärkte statt, auf denen sich die Fans vor allem mit West-Fanartikeln eindeckten. Hier fand man wunderschön abfotografierte Mannschaftsfotos aus dem kicker-Sonderheft, selbstgemachte Fanartikel und Vereinswimpel. Beim selbstgemachten Eintracht-Wimpel, erstanden auf einem Sammlermarkt in Erfurt 1987, hatte der Produzent damals einen kleinen Fehler gemacht, den die Eintracht ihm nicht krummnimmt. Übrigens taucht der Wimpel „Deutscher Meister 1958“ in verschiedenen Formen immer wieder auf, davon wurden wohl eine ganze Menge produziert. Im Eintracht-Museum liegt er mittlerweile mit Fransen vor.

Große Gefühle in Berlin

Leuchtende Augen bekommen Eintrachtler, wenn sie an Berlin denken. Meister 1959 – in Berlin. Pokalsieg 1988 – in Berlin. Pokalsieg 2018 – ebenfalls in Berlin. Dass Berlin für die Eintracht zur Auszahlstelle großer Trophäen wurde, hat auch mit der DDR zu tun. 1959 hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft in Zeiten des Kalten Kriegs nach Berlin verlegt, die Wahl des Spielorts war ein Treuebekenntnis zur isolierten Stadt. Das hatte zur Folge, dass die SGE und die Kickers den weiten Weg zum Fußballfest auf sich nehmen mussten, obwohl das Waldstadion damals auch 80.000 Fans fasste. Auch die Verlegung des DFB-Pokalfinals nach Berlin war eine Folge politischer Zwänge. Für die erfolgreiche Bewerbung der BRD um die Europameisterschaft 1988 musste der DFB Berlin als Spielort streichen. Als „Entschädigung“ bekam die Stadt die Zusage, ab 1985 fünf Jahre lang das DFB-Pokalfinale austragen zu können. Dann kam die Wende, die Wiedervereinigung, die Idee des „Deutschen Wembley“ – und weil alles so schön war, wurde der Vertrag einfach verlängert. Jüngst bis 2025. Die Eintracht ist bereit für weitere Reisen!

Ein Eintracht-Fanclub in der DDR

Schon zu DDR-Zeiten gab es den „Fanclub Thüringen“. Dank guter Kontakte hatten die Jungs und Mädels sogar einen eigenen Fanclubaufnäher, der immer ein gesuchtes Sammlerstück war. Nach der Wende hing im L-Block zeitweise sogar eine Fahne vom Eintracht-Fanclub Thüringen. Jungs und Mädels, wie geht’s euch?

Ewige Tabelle der DDR-Oberliga

In der Ewigen Tabelle der Bundesliga belegt die Eintracht einen hervorragenden achten Platz. Auch für die DDR-Oberliga gibt es eine Ewige Tabelle. Doch belegt der FC Magdeburg Rang acht..

Nie gegen Aktivist Schwarze Pumpe

FC, FC, FC, man kann's ja nicht mehr lesen. In der DDR hatten die Vereine, die meist unter dem Kürzel BSG (Betriebssportgemeinschaft) firmierten, noch richtig kreative Namen, die sich am jeweiligen Industrieschwerpunkt orientierten. Da es nur einen sehr spartanischen innerdeutschen Spielverkehr gab, fehlen der Eintracht heute in der Statistik Spiele gegen solch melodisch klingende Mannschaften wie…

…BSG Glückauf Brieske-Senftenleben

…BSG Anker Wismar

…BSG Aktivist Schwarze Pumpe

…ASK Vorwärts Frankfurt/Oder

…BSG Robotron Sömmerda

…BSG Hydraulik Parchim

…Traktor Derenburg

…BSG Kernkraftwerk Greifswald

…RB Trinwillhershagen (da zuckt der Fußballfundamentalist. RB steht allerdings nicht für Rasensport, sondern für Rotes Banner!)

Die ersten Vereine von Eintrachts UEFA-Cup-Sieger Norbert Nachtweih, der 1976 aus der DDR in die Bundesrepublik flüchtete, waren übrigens Motor Sangershausen aus seiner Geburtsstadt, Traktor Polleben und Mansfeldkombinat Eisleben. Danach wechselte er zum Halleschen FC Chemie, für den er auch in der DDR-Oberliga spielte – eben bis 1976.

Das W-Team aus Meiningen!

Was macht eigentlich das W-Team aus Meiningen in Thüringen? Das Foto wurde im März 1990 in München aufgenommen. Die Fahne jedenfalls wurde lange nicht mehr gesehen!

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