06.02.2017
Traditionsmannschaft

Gegen höhere Mächte behauptet

Im Match gegen eine Auswahl junger Springreiter beim Internationalen Festhallen Reitturnier, hatte unsere Traditionsmannschaft zahlreiche Hindernisse zu überwinden.

Tradition trifft auf Tradition – so könnte man die Einbindung der Eintracht-Legenden beim alljährlich stattfindenden Frankfurter Reitturnier überschreiben. Das Einlagenspiel bildete den Abschluss des zweiten Turniertags am späten Freitagabend (16. Dezember 2016). Um kurz vor Mitternacht machten sich Charly Körbel, Rudi Bommer, Uwe Müller, Slobodan Komljenovic, Oka Nikolov und Ervin Skela daran, den jungen Wilden eine kleine Lehrstunde zu erteilen.

Hierzu wurde der Springreit-Parcours kurzerhand zum Fußballfeld umgebaut. Der sandige Boden bot echte Bolzplatz-Atmosphäre und FFH-Moderator Daniel Fischer heizte dem Publikum gemeinsam mit den Cheerleadern von Frankfurt Universe ein. Es war also alles angerichtet und als Schiri-Urgestein Lutz Wagner die auf zweimal zehn Minuten angelegte Partie anpfiff, zeigte das Team der Reiter umgehend, dass es hier keineswegs als Sparringspartner angetreten war.

Ihr Rezept? Die klassischen Tugenden von Laufarbeit über Körpereinsatz bis hin zur guten alten Grätsche. Nun sind es unsere Goldies durchaus gewohnt, von motivierten Gegnern etwas härter angegangen zu werden. Das bewährte Gegenmittel hieß abgeklärter Kombinationsfußball mit eiskaltem Torinstinkt. Und so ließen sich Körbel und Co. nicht lange vom Einsatzwillen ihrer Kontrahenten beeindrucken.

Nach einer kurzen Druckphase der Herausforderer zündete Uwe Müller den Turbo, setzte sich auf der linken Seite durch und legte mit großer Übersicht auf Ervin Skela ab, der nur noch einschieben musste. Und noch bevor sich die Reiter von diesem Schlag erholen konnten, legte Müller mit einem herrlichen Schuss in den rechten Torwinkel noch einen nach: 2:0. Damit war die Messlatte gelegt – doch echte Springreiter lassen sich von hohen Hürden bekanntlich nicht aufhalten.

Jan Wernke war es, der Oka Nikolov im Eintracht-Kasten bezwingen konnte und sein Team wieder heranbrachte, bevor allerdings Slobodan Komljenovic den alten Vorsprung wiederherstellen konnte. Rudi Bommer war zuvor druckvoll durch die Zentrale gekommen und hatte „Slobo“ mustergültig am linken Torpfosten bedient.

Und dann wurde es bunt: Da sich doch recht deutlich abzeichnete, dass die Adlerträger mit ihrer Erfahrung und Technik Oberwasser hatten, verschworen sich die Götter – angeführt von Reitlegende Paul Schockemölle – gegen die SGE. Da wurde kurzerhand das Tor der Reiter verkleinert, das Team der Underdogs personell aufgestockt und im Zweifel griff Schockemölle höchst selbst ins Geschehen ein und vereitelte auf der Torlinie weitere Eintracht-Treffer unter Einsatz seines Lebens. Das Publikum feierte das „skandalöse“ Treiben hochamüsiert und feuerte die Reiter frenetisch an. Na gut, ein bisschen Spaß muss sein, dachte sich vermutlich auch Lutz Wagner, der ein ums andere Mal beide Augen kräftig zudrückte.

Mit so viel Schützenhilfe war es dann auch nur eine Frage der Zeit, bis die Reiter auf den 2:3 Halbzeitstand verkürzen konnten. Die Eintracht wollte sich der Verschwörung allerdings nicht so einfach fügen und Rudi Bommer beendete im zweiten Durchgang eine tolle Kombination von Komljenovic und Skela mit dem Treffer zum 4:2. Es nutzte aber nichts. Getragen vom Publikum und mit freundlicher Unterstützung der Spielleitung, kamen die Reiter erst zum Anschluss und dann zum vielumjubelten Ausgleich in Form eines Strafstoßes, dessen Entstehung nur Wagner selbst gesehen hatte.

Nach je einem weiteren Treffer auf beiden Seiten hieß es am Ende 5:5, die endgültige Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen. Und hier avancierte Oka Nikolov zum Helden des Abends: Zunächst versenkte er selbst den ersten von maximal drei Schüssen pro Team, dann hielt er zwei Elfmeter in Folge, so dass Rudi Bommer mit seinem zwischenzeitlichen Treffer zum 7:5 bereits die Entscheidung herbeiführen konnte. Der „Friendship-Cup“ ging also trotz aller Widerstände doch noch an die SGE. Ende gut, alles gut.

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