25.08.2014
Klubmagazin

Erster Punktverlust des Jahres

Die Traditionsmannschaft der Eintracht hat im Juli nahtlos an die torreichen Begegnungen der Vormonate angeschlossen und es bei ihren vier Spielen mächtig im Kasten der Gegner klingeln lassen.

Im letzten Match gegen die Allstars der DJK Flörsheim schlich sich allerdings Bruder Leichtsinn ins Team und eine 4:0-Halbzeitführung wurde noch aus der Hand gegeben.

Wer den Sprung in den Profifußball schaffen will, braucht neben körperlicher Leistungsfähigkeit auch eine ganze Reihe förderlicher Charaktereigenschaften. Dazu zählen Disziplin, Fleiß, Durchhaltevermögen und vor allem: Ehrgeiz. Wer solche Qualitäten einmal entwickelt hat, legt diese auch nach dem Ende der aktiven Laufbahn nicht mehr ab. Das gilt auch für die Veteranen der Eintracht, die selbst in Freundschaftsspielen nichts von ihrem Siegeswillen vermissen lassen. Auf die guten Vorsätze gegnerischer Torhüter kann dabei leider keine Rücksicht genommen werden. Dieser Umstand drückte sich im Juli folgendermaßen in Zahlen aus: 4 Spiele, 42 erzielte Tore.

Am deutlichsten bekamen das die Ärzte der MTK-Kliniken beim Benefizspiel in Neuenhain zu spüren. Gut 400 Zuschauer sahen an diesem lauen Sommerabend „am Sauerborn“ vor allem einen hervorragend aufgelegten Michael Anicic, der allein 8 Treffer zum 15:7-Sieg der SGE beisteuerte. Dabei begann die Partie zunächst wackelig für die Eintracht-Oldies. Hans-Peter Steinle im Tor der Adler musste immer wieder eingreifen, um einen frühen Rückstand zu vermeiden. Das Ärzte-Team erspielte sich eine Reihe großer Chancen, zeigte sich im Abschluss aber nicht konsequent genug. Der Respekt vor den ehemaligen Bundesliga-Spielern sorgte offensichtlich für eine gewisse Nervosität.

13.000 Euro für den guten Zweck

Das rächte sich postwendend und die Eintracht sorgte nach dem Führungstreffer durch Anicic in kurzer Folge für ein gemütliches Torpolster. Zwar konnten die Gastgeber im Verlauf der ersten Halbzeit dann doch noch zu zwei umjubelten Treffern kommen, der 5:2-Pausenstand offenbarte aber bereits, in welche Richtung es gehen würde. In Halbzeit zwei ging der Torreigen munter weiter, auch Thomas Sobotzik zeigte sich gut aufgelegt, bereitete etliche Treffer uneigennützig vor und trug sich selbst noch 4 mal in die Torschützenliste ein. Gegen Ende der Partie machten sich bei den Eintracht-Oldies dann konditionelle Defizite bemerkbar und so fielen in der Schlussphase noch ein paar Gegentreffer, die den Endstand aus Sicht der Gastgeber kosmetisch aufbesserten.

Viel wichtiger als das Ergebnis war ohnehin der Zweck der Veranstaltung: 13.000 Euro kamen zur Unterstützung des ambulanten Palliativ Care-Teams der Main-Taunus Kliniken zusammen. „Die medizinische Betreuung und Pflege unheilbar kranker Patienten bis zum Tod ist von unschätzbarem Wert für Betroffene und Angehörige. Da ist Sport ganz klar Nebensache“, sagte Bundesliga-Rekordspieler Karl-Heinz Körbel, für den der Support durch die Traditionsmannschaft Ehrensache ist.

Freistoßkönig Anicic

Eine Woche später führte der Weg der Traditionsmannschaft nach Rodheim im Wetteraukreis. Massive Regenfälle wenige Stunden vor Spielbeginn ließen Erinnerungen an die 1974er „Wasserschlacht von Frankfurt“ aufkommen. Die Rodheimer wussten mit den Platzbedingungen gut umzugehen und gingen früh aus abseitsverdächtiger Position in Führung. Auch nachdem die Eintracht in Gestalt von Anicic und Sobotzik das Blatt gewendet hatte, steckten die Rodheimer nicht auf und kamen erneut zum Ausgleich. Zeit für die „Goldies“ aufzudrehen – notfalls durch Standards. So war es Michael Anicic, der mit insgesamt vier Freistoßtreffern und einem Elfmeter die Verhältnisse gerade rückte und somit fünf seiner sechs Treffer nach ruhenden Bällen erzielte. Das Tor des Tages aber markierte Cezary Tobollik nach einem sehenswerten Dribbling quer durch die komplette Defensive der Gastgeber. Am Ende stand ein 9:3 für die Eintracht-Traditionsspieler zu Buche, die sich nach Abpfiff unter die Leute mischten und bereitwillig über die Chancen der Nationalmannschaft im WM-Finale gegen Argentinien fachsimpelten.

Zum Jubiläum werden Tore eingeschenkt

Wieder eine Woche später ging es dann nach Gründau-Lieblos. Die VR Bank Bad Orb-Gelnhausen hatte anlässlich ihres 150-jährigen Jubiläums die Eintracht Frankfurt Fußballschule in den Main-Kinzig-Kreis geladen und als Sahnehäubchen die Traditionsmannschaft zu einem Kräftemessen mit der lokalen Ü35-Auswahl herausgefordert. Die Adler folgten dem Ruf und kamen in Gala-Besetzung. Passend zum Sommerwetter und der weltmeisterlichen Stimmung erwischten sie einen optimalen Tag und ließen den aufopferungsvoll kämpfenden Gastgebern nicht den Hauch einer Chance. Das 7:0 zur Halbzeit erinnerte ein wenig ans WM-Halbfinale gegen Brasilien wenige Tage zuvor und nach dem Seitenwechsel folgten fünf weitere Buden. Vor 400 Zuschauern konnte Sascha Böcher immerhin den Ehrentreffer beim Endstand von 12:1 beisteuern. Für die „Goldies“ waren Anicic (5), Sobotzik (4), Komljenovic (2) und Glöckner erfolgreich.

Zu viel des Guten

Mit derartigem Aufwind ging es zum letzten Match des Monats nach Flörsheim. Zum 90. Gründungstag der DJK wollten die Adlerträger den rund 350 Zuschauern zeigen, aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Und zunächst lief auch alles nach Plan. Mit 4:0 ging es in die Halbzeitpause, die Kräfteverhältnisse schienen geklärt. Doch die „schwarze Soma“ steckte nicht auf, legte in Durchgang zwei gleich mehrere Schippen drauf und tastete sich Tor um Tor heran. Tradi-Toptorjäger Michael Anicic hatte keine Lust auf den Ausgleich und verschaffte seiner Mannschaft mit dem 5:3 eine gute Viertelstunde vor Schluss ein wenig Luft. Die DJK hatte aber längst Blut geleckt. Nur vier Minuten –darauf kamen sie auf 4:5 heran und spätestens jetzt war klar, dass hier die Messe noch nicht gelesen war.

Es folgte ein offener Schlagabtausch, die Offensivbemühungen der Flörsheimer bescherten der Eintracht immer wieder Raum für gefährliche Gegenstöße. Das Heft des Handelns lag aber bei den Gastgebern. In den letzten zehn Minuten überschlugen sich die Ereignisse, die Hausherren kamen in der 81. tatsächlich zum Ausgleich und kurz darauf sogar zur Führung! Riesenjubel beim Anhang der Flörsheimer, die Sensation war zum Greifen nahe. Doch da war er dann wieder, dieser unerbittliche Ehrgeiz der Vollprofis. Eine Niederlage kam überhaupt nicht in Frage und so war es Manni Binz, der kurz vor Abpfiff den 6:6 Endstand markierte. Punktverluste sind bei unserer Traditionsmannschaft eigentlich nicht vorgesehen, ein Sieg gegen die tapferen Flörsheimer wäre aber vermutlich ein wenig zu viel des Guten gewesen. „Jetzt haben wir ein wenig Zeit das Ergebnis zu analysieren und die Fehler in Zukunft abzustellen“, zwinkerte Topscorer Michael Anicic, der an diesem Tag drei weitere Saison-Treffer auf sein ohnehin prall gefülltes Tor-Konto buchen konnte. Das nächste Spiel der Traditionsmannschaft findet erst Mitte September statt, dann in Langenargen am Bodensee.

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