11.02.2014
Klubmagazin

Dabei sein ist alles

Es gibt Tage im Fußball, da ist einfach der Wurm drin.

Andreas Brehme, der legendäre Weltmeister von 1990, fand dafür einst die berühmte Formel, die sinngemäß besagt, dass man Pech an der Sohle nicht allzu leicht loswird. Für unsere Traditionsmannschaft war der 17.01. dieses Jahres ein solcher Tag. Die erfolgsverwöhnten Ehemaligen der Eintracht sahen beim 16. Geraer Oldie-Cup kein Land und beendeten das Turnier auf Rang acht von acht.

Im Grunde genommen beginnt diese Geschichte eine Woche früher beim Weserspucker-Cup in Minden (wir berichteten). Der hart erkämpfte dritte Platz dort forderte mit der Verletzung gleich mehrerer Spieler einen hohen Preis. Wenn man ohnehin dezimiert ist, wiegt jeder zusätzliche Ausfall doppelt schwer. Aufgrund dieser und weiterer kurzfristiger Absagen trat die Eintracht schließlich mit fünf Spielern weniger als vorgesehen die weite Reise nach Gera an. Und auch die stand unter keinem guten Stern. So hätte ein Verkehrschaos in der Wetterau um ein Haar den Turnierstart der SGE vereitelt. Die Umwege führten buchstäblich über Stock und Stein gerade noch rechtzeitig zum Ziel.

Einmal angekommen, schien sich alles in Wohlgefallen aufzulösen. Vor über 1500 Zuschauern in der ausverkauften Panndorfhalle zu Gera wurde den Mannschaften ein amerikanischer Empfang mit marschierendem Blasorchester und Cheerleadern geboten. Ein starkes Teilnehmerfeld, ehemalige Bundesligaschiedsrichter und stimmungsvolle Kulisse – alles war angerichtet für ein tolles Hallenturnier. Die Eintracht bekam es in der Gruppenphase mit dem FC Schalke 04, Union Berlin und den Lokalmatadoren der Geraer Stadtauswahl zutun, die sich mit Marco Weishaupt prominente Verstärkung sichern konnten.

Marco Gebhardt wie zu besten Zeiten

Beim ersten Auftritt vor einem Jahr, belegten die Adler nach einem souveränen Gruppensieg den vierten Platz. Diese Leistung sollte diesmal mindestens wiederholt werden. Hansi Steinle (Tor), Mathias Dworschak, Frank Gerster, Norbert Nachtweih, Slobodan Komljenovic, Uwe Müller und Clemens Appel waren angetreten, dies zu erreichen. Im Auftaktspiel gegen den namentlich stärksten Gruppengegner aus Schalke sprang ein leistungsgerechtes 1:1-Unentschieden heraus. Die Eintracht konnte dabei die Schalker Führung ausgleichen. Es sollte der einzige Punkt des Turniers bleiben.

Schon in der folgenden Partie offenbarte sich das nächste Problem: War die Traditionsmannschaft der Knappen altersmäßig noch auf gleicher Höhe mit der Eintracht, so lief das Team von Union Berlin um Steffen Baumgart und den ehemaligen Eintrachtler Marco Gebhardt doch mit einigen wesentlich jüngeren Spielern auf. „Das wird eine schwierige Nummer“, ahnte Uwe Müller schon im Vorfeld und fügte hinzu: „Jetzt müssen wir mit unserer Erfahrung trumpfen“. Diese Vorgabe, die sich in der Vergangenheit immer wieder bewährt hat, nutzte diesmal leider nichts. Die Eisernen aus Köpenick dominierten die Partie und gewannen schließlich verdient mit 4:0. Besonders Marco Gebhardt hinterließ dabei einen phänomenalen Eindruck. „Der ist immer noch topfit, das ist der Wahnsinn“, zollte Clemens Appel Respekt.

Nichts zu holen

Damit standen die Aktien bereits ziemlich ungünstig. Selbst ein Sieg im letzten Gruppenspiel hätte nur dann zum Weiterkommen gereicht, wenn er entsprechend hoch ausgefallen wäre. Und die Geraer Stadtauswahl wollte vor ihrem frenetisch mitgehenden Publikum den ersten Gruppensieg der Turniergeschichte perfekt machen. Entsprechend motiviert gingen sie in die Partie. Auch in diesem Spiel waren die Altersklassen ungleich verteilt und so ließen die Gastgeber schlussendlich nichts anbrennen. Die Führung der Geraer konnten unsere Adler noch ausgleichen, für ein größeres Aufbäumen der Eintracht reichte es allerdings nicht. So ging auch das letzte Gruppenspiel verloren, diesmal mit 1:3. Und weil an diesem Tag auch wirklich gar nichts gelingen wollte, hatte die Eintracht auch im Neunmeterschießen um Platz sieben gegen den 1. FC Magdeburg mit 2:3 das Nachsehen.

Trotz des nach wie vor ordentlichen Ehrgeizes der Traditionsmannschaft, wurde das Abschneiden im Team sportlich genommen: „Heute war es irgendwie verhext. Wir waren ziemlich ersatzgeschwächt und auch etwas Älter als unsere Gegner. Aber wir wollen keine Ausreden suchen, man muss die Leistung der anderen Mannschaften einfach anerkennen“, gab Norbert Nachtweih am Ende zu Protokoll. Clemens Appel sah es genauso. „Es war ein tolles Turnier vor einer sagenhaften Kulisse. Niederlagen gehören zum Sport dazu. Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei, vielleicht haben wir dann das nötige Glück auf unserer Seite.“

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