12.07.2010
Traditionsmannschaft

Böhringer nimmt Zampach huckepack

Es war die Szene des Spiels. AH-Torwart und Wirt der Gaststätte im Sportheim der KG Wittgenborn, Jens Böhringer, spielte 180 Sekunden vor Schluss im eigenen Strafraum den Ex-Eintracht Profis Thomas Zampach zweimal aus und nahm ihn dann huckepack.

Alle lachten herzlich. Die 300 Zuschauer der Partie einer heimischen AH-Auswahl gegen die Traditionsmannschaft der Frankfurter Eintracht kamen nicht nur wegen dieser Gaudi und der zwölf Tore - die Riederwälder siegten 9:3 - auf ihre Kosten.

Schon vor dem Spiel, das anlässlich des 125-jährigen Bestehens der KGW stattfand, ging es ganz locker zu. Norbert Nachtweih (Bayern München, Eintracht Frankfurt) scherzte. „Na, sind eure Alte-Herrenspieler noch fit?“ Reiner Guhlke begrüßte den Ex-Trainer des SV Bernbach auch ganz herzlich. Die vielen Autogrammjäger wurden auch reichlich bedient. Cezary Tobollik signierte sogar auf der Ersatzbank. Im Gespräch mit dem GT verriet er, dass er gerne an diesen Spielen teilnimmt: „Aber ich freue mich auch schon auf das kühle Weizenbier nach der Partie.“

Auf dem sportlichen Sektor präsentierten die Akteure viel Abwechslung. Zur Halbzeit stand es bereit 5:0 für Eintracht Frankfurt. Am agilsten waren Michael Anicic und der Wittgenbörner Trainer Patrick Falk. Eine böse Überraschung erlebte das „Denkmal“ der Eintracht und Rekordbundesligaspieler, Charly Körbel. Als Schiedsrichter Gerhard Pfeifer (Höchst) Freistoß pfiff, lochte Körbel blitzschnell ein. Der Referee hatte aber den Ball noch gar nicht freigegeben. Die Folge war, dass Pfeifer Körbel die gelbe Karte zeigte. Beide lächelten sich an. Nach der Pause, es trat eine komplett neue AH-Mannschaft an, wurden die Einheimischen frecher. Martin Haas markierte das 1:5, Kai Hähnlein das 2:5 und der fröhlich aufspielende Toni Algieri das 3:9. Das Tor des Tages markierte aber Michael Anicic. Sein Freistoß landete direkte im linken Tordreieck. Auch Patrick Falk erhielt immer wieder auf offener Szene Anerkennung seiner Ex-Eintracht-Kollegen.

Nach Spielschluss sagte Norbert Nachtweih, dass er mit der Traditionsmannschaft der Eintracht im Jahr 22 Spiele bestreitet: „Es macht immer wieder Spaß.“ Zu Bernbachs Ex-Spieler und Vorstandsmitglieder habe er keinen Kontakt mehr. „Ich wohne im Taunus. Da ist es schwierig, sich mal zu treffen.“ Und der Schwiegersohn von Dragoslav Stepanovic, Slobodan Komljenovic, teilte mit, dass er sich freut, wenn er bei solchen Spielen die alten Kollegen wieder sieht. Die Spieler der Traditionsmannschaften brachten es übrigens in ihrer aktiven Profilaufbahn zusammen auf 1926 Bundesliga- und 687 Zweitligaspiele.

AH-Team 1: Kolb, Wagner, Eich, Kopp, Horst, Kauer, Lohrey, Magnon, Eckert, Guhlke, Schubert, Wink, Paller, Kauer, Peters.

AH-Team 2: Böhringer, Höhn, Peters, St. Horst, Paller, Kromer, Schlüssler, Hoss, Hähnlein, Algeri, H. Kauer, M. Horst, Eckert, Eich.

Eintracht Frankfurt: Jüriens, Roth, Trapp, Körbel, Nachtweih, Zampach, Mai, Komljenovic, Falk, Anicic, Glöckner, Appel, Tobollik, Müller.

SR: Gerhard Pfeifer (Höchst). Assistenten: Alfred Braun (Pfaffenhausen), Christian Golditz (Salmünster). Z: 300.

Tore: 0:1 (4.), 0:2 (9.) beide Anicic, 0:3 (13.) Komljenovic, 0:4 (25.), 0:5 (38.) beide Falk, 1:5 (54.) Haas, 2:5 (61.) Hähnlein, 2:6 (68.) Müller, 2:7 (71.) Nachtweih, 2:8 (74.), 2:9 (74.) beide Anicic, 3:9 (78.) Algeri.

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