05.02.2012
Aktuelles

Allstars starten mit Tradition ins Fußballjahr 2012

Damit Fußball gleich Anfang des Jahres gespielt werden konnte, reiste unsere Traditionsmannschaft nach Minden. Das Weserspucker-Turnier fand in der Kampa Halle zum 27. Mal statt.

Eintracht Frankfurter ist dort kein Unbekannter, denn in der vor zwanzig Jahren gelangen hier reihenweise Erfolge. Zuletzt nahmen die Frankfurter 1992 am Weserspucker-Turnier teil. Fünfmal gingen die Hessen in Minden an den Start und fünfmal erreichten sie das Halbfinale. nach einer Endspielniederlage 1988 gegen Fortuna Düsseldorf gab es ein Jahr später die Revanche. 1990 verlor Frankfurt bei der dritten Endspielteilnahme in Folge gegen den 1. FC Köln, 1991 reichte es zu Platz drei. Ein Jahr später wurde die Eintracht wieder Zweiter. Die Bilanz der Adler kann sich also sehen lassen. Bei den ersten beiden Auftritten der Frankfurter in Minden erzielte Werner Lorant insgesamt sieben Tore! Auch 1992 war der spätere Trainer von 1860 München mit dabei.

Unsere Allstars reisten mit Steinle, Jüriens, Nachtweih, Uwe Müller, Komljenovic, Krämer, Michael Anicic, Andreas Anicic, Appel und Diether nach Minden, um an die Erfolge anzuknüpfen. In Gruppe A spielte man gegen Borussia Dortmund (3:3), FC St. Pauli (2:6) und den 1. FC Nürnberg (3:6). Somit gelang kein Einzug in die weitere Runde. Dabei hätten unsere Allstars gerne noch gegen ehemalige Spieler von Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach gespielt.

Turniersieger wurde Borussia Dortmund. "Bei Dortmund war jeder Schuss ein Treffer, das Ergebnis war ein bisschen zu hoch", haderte Weserspucker-Trainer Rolf Kuntschik, und BVB-Leistungsträger Lothar Sippel merkte an: "Das Weserspucker-Team hat in der Vorrunde den besten Fußball gespielt. Im Finale gegen das Weserspucker-Team hatten wir das Glück, in Führung zu gehen." Borussia Dortmunds Spieler wussten, bei wem sie sich zu bedanken hatten. Kaum war der 5:0-Finalsieg beim 27. Weserspucker-Turnier für Fußball-Traditionsmannschaften in der Kampa-Halle perfekt, da fielen die Schwarz-Gelben Christian Wörns um den Hals.Der 66-malige Nationalspieler führte die Borussen in der Neuauflage des Vorjahresfinales gegen das Weserspucker-Team zur Titelverteidigung.

Und nach dem Sieg im Neunmeterschießen 2011 war es diesmal eine klare Sache für die Ex-Profis.

Die Dortmunder bauten völlig verdient mit dem vierten Titel ihre Position als Weserspucker-Rekordchampions aus. Wie bei vorigen Turniersiegen Michael Rummenigge oder Fredi Bobic führte diesmal Christian Wörns den BVB zum Titel. Der frühere Verteidiger überzeugte mit solider Technik, überragender Fitness und erzielte im Finale drei seiner fünf Turniertore. Neben ihm überzeugte Lothar Sippel, der mit 46 Jahren immer noch ein brillanter Hallenspieler ist.

Ähnlich stark präsentierte sich in der Vorrunde der 1. FC Nürnberg, der dem gewohnt guten Thomas Ziemer diesmal den flinken Michael Wiesinger zur Seite gestellt hatte. Vorne blühte Sasa Ciric auf, der mit sieben Treffern Torschützenkönig wurde. Auch der beste Turnier-Torwart kam in Darius Kampa vom "Club". Mit diesem Quartett schaffte es der Weserspucker-Dauergast bei seiner 20. Teilnahme in Minden endlich mal wieder ins Halbfinale, in dem erst nach Neunmeterschießen gegen das Weserspucker-Team Schluss war.

Man fragt sich, wie es eigentlich zu einem so traditionellen Hallenturnier kommt, dass die hochkarätige Clubs nach Minden lockt. Laut Verein gilt der Dank Heinz, Horst und Manfred. Denn die saßen einst da und waren stocksauer. Das vor vier Stunden beendete Bundesligaspiel, als Topspiel deklariert, war ein Reinfall. Gut 200 km Autofahrt, reichlich Geldausgaben, viel Ärger und wenig Freude.

"Anti-Fußball, Fußballspielverhinderung statt Werbung war das!" schimpfte der temperamentvolle Horst. Heinz etwas abgeklärter als Horst, diagnostizierte: "Das liegt an der Systementwicklung: Denkt doch nur einmal, damals das WM-System - fast schon vergessen -, dann das 4:4:2-System, und der Libero; die Abseitsfalle wird immer perfektionierter. Deckungsarbeit ist heute schon fast alles. Siegverhinderung des Gegners, danach der Sieg der eigenen Mannschaft.
D a s ist die Reihenfolge".

"Ja, sagte Manfred, der ältere der drei, "Techniker, Spielgestalter haben da keine Chance mehr, statt dessen ist der Kämpfer, der Athlet gefragt'. "Es stand aber auch damals nicht sehr viel auf dem Spiel", unterbrach ihn Heinz, "vor allem ging es nicht um so viel Geld." "Das Publikum war auch anders" warf Horst ein, "ein hoher Zaun, eine Absperrung gegen die Zuschauer rund um den Platz war damals undenkbar.

Als ich das das erste Mal im Fernsehen sah, wollte ich es nicht glauben." Heinz sinnierte weiter: "Wenn ich an die Traumpässe von 'Schimmi' oder Helmut Haller - einer der ersten Fußball-Legionäre - denke......" "Ja" unterbrach ihn nun Horst wieder, denn sie schwelgten in Erinnerungen, "Wie an der Schnur gezogen kamen die Bälle an, man geriet in Verzückung dabei." - Heinz setzte fort: "Was waren Klaus Stürmer und Uwe Seeler für ein Team, der geniale Fritz Walter, Günter Netzer, Wolfgang Overath; 'Filigrantechniker des Fußballs' waren das. Der letzte von ihnen: Franz Beckenbauer ..." und er schwieg versonnen.

Plötzlich sagte Manfred, immer etwas schweigsamer als die anderen:
"Aber einige unserer Idole von damals spielen doch noch Fußball, können uns noch erfreuen. Warum versuchen wir nicht, sie zu uns nach Minden zu holen und bei uns Fußball spielen zu lassen? Lasst uns ein Turnier für Traditionsmannschaften veranstalten!" Die Idee war geboren, sie wurde in die Tat umgesetzt, und das Ergebnis konnten wir diesmal zum 27ten mal erleben. Respekt! Die Eintracht kommt auch gerne wieder!

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