Die Eröffnung des Frankfurter Stadions im Mai 1925 war ein Meilenstein in der Sportgeschichte der Stadt. Mit seiner mit weißem Muschelkalk verblendeten Tribüne war es eine architektonische Sensation. Nicht zuletzt, weil die Frontseite zum Spielfeld an ein antikes griechisches Theater erinnerte. Sie war nicht nur Zuschauerterrasse, sondern auch als Hintergrund und künstlerische Basis für choreografische Darstellungen nutzbar.
„Wir erleben die jüngste Wiedergeburt von Hellas“, freute sich die Frankfurter Zeitung 1925 über das neue Stadion. Anlässlich des 100. Geburtstag des Stadions am 21. Mai hatte das Eintracht Frankfurt Museum mit Unterstützung des Sportamts der Stadt Frankfurt und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft eine Veranstaltungsreihe zur Geschichte der Anlage veranstaltet. Im Zuge dessen hat Matthias Thoma, Leiter des Eintracht Frankfurt Museum, drei Protagonisten zum Podcast eingeladen: Dr. Julius Reinsberg, Winfried Naß und Patrik Meyer.
Herausgekommen ist eine spannende dreiteilige Zeitreise. Den Auftakt macht Historiker und Eintracht-Fan Dr. Julius Reinsberg: Über die Entstehung, die Haupttribüne als ein antikes Theater und mehr.
„Mehr Licht, mehr Luft, mehr Sonne“ – mit diesem Leitgedanken prägte das „Neue Frankfurt“ in den 1920er Jahren das Stadtbild. Mittendrin: das Waldstadion. Der Historiker und leidenschaftliche Eintracht-Fan Dr. Julius Reinsberg ordnet im Podcast die Geburtsstunde der Spielstätte ein, berichtet vom Spannungsfeld zwischen Klassizismus und Moderne und erklärt, weshalb das Stadion nicht nur Sport-, sondern auch Kulturort war.
Außerdem haben zwei unmittelbar an der jüngeren Stadiongeschichte beteiligte Personen das Wort.
Winfried Naß und Patrik Meyer
Zum einen Winfried Naß. Für ihn war das Frankfurter Stadion nie nur eine Sportstätte. „Das Stadiongelände war immer präsent bei mir“, sagt er rückblickend. Schon als Kind und Jugendlicher zog es ihn dorthin – ob als Zuschauer bei den Spielen der Eintracht, als Handballer auf der angrenzenden Wintersporthalle oder als Teilnehmer der Radsportveranstaltungen auf der alten Betonbahn. 2002 übernahm er die Geschäftsführung der Stadion GmbH – mitten in einer Phase, die das Waldstadion grundlegend veränderte. Erst am vergangenen Sonntag auf der Waldtribüne schwärmte Naß abermals von der Wintersporthalle, die ihm aus Handballzeiten ans Herzen gewachsen ist.
Zum anderen Patrik Meyer, der seit der Eröffnung 2005 Geschäftsführer des Stadions ist. Im Podcast spricht er über seinen Weg vom Bankkaufmann zum bestens vernetzten Eventmanager, der die größten Bands in unser Wohnzimmer holt. Außerdem erinnert er an die ersten Public-Viewing Veranstaltungen, bei denen Spiele auf dem alten Videowürfel übertragen wurden. Und er wagt einen Blick in die Zukunft des Stadions.
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