Dauerausstellung

Auf über 400 Quadratmetern im Eintracht Frankfurt Museum erleben Besucher die Frankfurter Sporthistorie und die über 120-jährige Geschichte der Eintracht in einer chronologisch gestalteten Ausstellung hautnah.

Neben der Gründungsurkunde vom 8. März 1899, paraphiert von 15 fußballbegeisterten Vereinsgründern im Bahnhofsviertel, ist auch das Uhrmacherwerkzeug des Gründervaters Albert Pohlenk, der in der Eckenheimer Landstraße ein Uhrengeschäft betrieb, erhalten geblieben. Auch Fußballschuhe und Trikots aus der Anfangszeit, erste Stadionprogramme, großformatige Fotos, Auszeichnungen und Ehrenpreise belegen die Selbstorganisation der Fußballpioniere und gehören zu den ältesten Exponaten.

Die Vorgängervereine hießen noch Victoria, Kickers oder Frankfurter Turngemeinde von 1861, ehe 1920 der Name Eintracht entstand. Von ihrer Heimat am Riederwald aus entwickelten sich die Fußballer der Eintracht in den folgenden Jahren zu einer deutschen Spitzenmannschaft, errangen zwei Süddeutsche Meisterschaften und erreichten 1932 erstmals das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Der rund dreiminütige Film vom 0:2 gegen den FC Bayern München im Finale sind die ersten bewegten Bilder der Eintracht überhaupt.

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten hatte für die Sportvereine weitreichende Konsequenzen. Auch die Eintracht wurde "gleichgeschaltet“. Noch in den 1920er Jahren galt die Eintracht in Frankfurt als ein „Judenclub“, nun wurden jüdische Mitglieder an den Rand gedrängt und ausgeschlossen. 1940 nahm der Verein einen Arierparagraphen in die Satzung auf. Der Kriegsausbruch 1939 traf auch die Eintracht. Sportler mussten als Soldaten an die Fronten, das Riederwald-Stadion, beim Bau 1920 eines der modernsten seiner Zeit, wurde 1943 bei einem Bombenangriff getroffen und völlig zerstört. Bei Kriegsende war das Vereinsleben zum Erliegen gekommen.

Das Eintracht Frankfurt Museum hat sich der Aufgabe gestellt, die Zeit zwischen 1933 und 1945 zu beleuchten, die Geschichte des Vereins aufzuarbeiten und der Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen zu gedenken, insbesondere aus dem Verein, aber nicht ausschließlich. Im Museum finden Sie zahlreiche Lebensläufe von jüdischen Vereinsmitgliedern, die den Verein nach 1933 verlassen mussten. Zudem initiierte das Eintracht Frankfurt Museum Stolpersteinverlegungen und organisierte eine Reise ins ehemalige KZ Theresienstadt, wo es ab 2019 mit einem Gedenkstein aller Opfer der Nazi-Verbrechen gedenkt.

Die „Stunde Null“ bedeutete auch für die Eintracht einen Neuanfang. Der Bau des neuen Riederwald-Stadions, ganz in der Nähe der alten Anlage, war der Grundstock für die großen Erfolge der 1950er Jahre. Die Eintracht machte sich einen Namen als Reisemannschaft und feierte in Europa große Erfolge. 1959 wurden die Fußballer in Berlin Deutscher Meister. Im Museum erzählen Filmausschnitte von den großen Erfolgen jener Ära und Trikots, Trophäen und Wimpel belegen die internationalen Auftritte. Als erste deutsche Mannschaft gelang der Eintracht 1960 der Einzug in ein Europapokalfinale. Das Spiel gegen die „Übermannschaft“ von Real Madrid vor rund 127.000 Zuschauern im Hampden Park in Glasgow verlor die Eintracht mit 3:7. Eines der wertvollsten Exponate ist der Ball jenes Endspiels, das – als eines der besten Spiele aller Zeiten gekürt – sogar auf DVD vertrieben wird.

Als Gründungsmitglied wird der Eintracht ihrer Geschichte in der Bundesliga ein großer Bereich im Museum eingeräumt. Zahlreichen Spielzeiten, in denen die Eintracht die Bundesliga sportlich dominierte, die ersehnte zweite Deutsche Meisterschaft bis heute jedoch nicht gewinnen konnte, geben Antworten auf die Frage, warum die Eintracht als „Diva“ gilt.

Erfolgreicher präsentierte sich die Eintracht in den folgenden Jahren als Pokalmannschaft. Heute gilt sie mit fünf DFB-Pokalsiegen bei insgesamt acht Final-Teilnahmen als einer der erfolgreichsten Vereine in Deutschland. Auch international schrieb die Eintracht mit dem Gewinn des UEFA-Cups 1980 Geschichte. Selbstverständlich gehören sämtliche Pokale in der Ausstellung zu den am meistfotografierten Exponaten des Eintracht Frankfurt Museums.

Aber auch vier Abstiege, vier Aufstiege, drei (erfolgreiche) Relegations-Duelle, eine Fast-Meisterschaft und das ein oder andere Fußballwunder gehören zur Bundesliga-Geschichte der Eintracht, die im Museum natürlich ebenso wenig fehlen, wie diverse Fußballfeste in ganz Europa.

Sicher, es mag Vereine geben, die so viele Pokale gewannen, die hintereinander aufgereiht und blankgeputzt so weit funkeln, wie das Auge reicht, aber nur Wasserwalzen, Fankutten, Torjägerkanonen, Plastikbecher, Gartenstühle und eine blickdicht verschließbare Vitrine mit traumatischem Inhalt zeugen von großen Siegen, Fußball-Wundern und -Göttern, dramatischen Niederlagen sowie der absoluten Einmaligkeit eines Vereins: Eintracht Frankfurt! 5,00 €, ermäßigt 3.50 €

0 Artikel im Warenkorb

  • keine Artikel
Lieferung
0,00 €
Summe inkl. MwSt.
0,00 €